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Praxisbeispiel

Heinz Nixdorf Programm zur Förderung der Asien-Pazifik-Erfahrung deutscher Nachwuchsführungskräfte

An Auslandserfahrung führt kein Weg vorbei

Gleich nach Abschluss seines ingenieurwissenschaftlichen Studiums bewarb sich Andreas Görres um ein Stipendium der Heinz Nixdorf Stiftung, damals organisiert von der Carl Duisberg Gesellschaft (heute InWEnt). Sein Ziel: in Südkorea Auslands- und erste berufliche Erfahrungen zu kombinieren. „An Südkorea interessierten mich neben der Kultur und dem enormen Wachstum der Wirtschaft die Parallelen zu Deutschland die Teilung des Landes ist ein großes Thema und ich wurde oft nach den deutschen Erfahrungen befragt“, erinnert sich Görres

Als Exot in Südkorea

Nach einer sprachlichen und interkulturellen Einführung reiste Görres zunächst nach Seoul, wo er drei Monate lang in einer koreanischen Gastfamilie lebte und einen Sprachkurs absolvierte. Die Bewährungsprobe aber war das Praktikum, das Görres in der Stadt Daejeon absolvierte. War man in Seoul bereits auf Europäer eingestellt, erlebte sich Andreas Görres in der Universitätsstadt Daejeon als Exot. Und zwar auch in dem Unternehmen, wo er sein Praktikum absolvierte. Zwar gehörte die Firma damals schon teilweise zu Bosch, aber in dem 600 Mitarbeiter starken Unternehmen arbeiteten außer Görres nur vier weitere Deutsche in leitenden Funktionen. Als Praktikant war Andreas Görres für seine koreanischen Kollegen darüber hinaus ein „unbekanntes Wesen“. Sie verstanden nicht, warum der ausgebildete Ingenieur nicht regulär arbeitete und konnten seine Position in der stark hierarchisch geprägten Unternehmenskultur nicht einordnen. Einfach war das nicht, gibt Görres zu, doch er ließ sich nicht von seinem Weg abbringen und überzeugte die Koreaner davon, dass er völlig ohne Hintergedanken bereit war, sein Wissen und seine Arbeitskraft in das Unternehmen einzubringen. Mit Erfolg: Letztlich fühlte sich der Deutsche akzeptiert und die Kollegen banden ihn sogar in ihre Freizeitaktivitäten ein

Leichtere Zusammenarbeit mit asiatischen Partnern

Nach seinem Praktikum stand Andreas Görres nicht der Sinn danach, sich gleich wieder auf vertrautes Terrain zu begeben: Er bewarb sich bei der Audi AG um eine Stelle in China und bekam den Job aufgrund seiner Asien-Erfahrung, davon ist Görres überzeugt. Letztlich entwickelte sich der Ingenieur innerhalb des Unternehmens dann doch anders, und es wurde nichts aus dem China-Einsatz. Dafür zählten zu seinen Aufgaben die Kooperation und die Unterstützung von Fertigungen in Thailand und Malaysia. Dabei erwies sich die Südkorea-Erfahrung als hilfreich: „Wenn die Partner merken, dass man sich schon einmal mit einer asiatischen Kultur auseinander gesetzt hat und nicht in jedes Fettnäpfchen tritt, ist die Bereitschaft zur konstruktiven Zusammenarbeit deutlich größer.“


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