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Beiträge aus der Rubrik Neues von InWent
Demokratie und Menschenrechte (k)ein Fall für die Statistik?
Soziale Dienstleistungen Auftrag für die Entwicklungszusammenarbeit
Interview mit Brian Chigawa, COMESA: Krisenprävention in Afrika: Wir müssen geduldiger sein
Globale Aufgaben erfordern zusätzliche Mittel
 12/2003
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[ InWEnt-Trainingskurs zur Messung politischer Entwicklung ]
Demokratie und Menschenrechte (k)ein Fall für die Statistik?
Von Thomas Wollnik
UN-Generalsekretär Kofi Annan bezeichnet die Fähigkeit, den Zustand der Demokratie in einem Land zu messen, als eine der wichtigsten Voraussetzungen für Entwicklung. Aber wie lassen sich Demokratie, Regierungsführung und die Lage der Menschenrechte statistisch erfassen? Um diese Frage ging es in einem dreiwöchigen Trainingskurs Ende September bis Mitte Oktober im InWEnt- Fortbildungszentrum für Wirtschafts-, Umwelt- und Sozialstatistik. 23 Teilnehmer aus 17 Ländern waren nach München gekommen, um sich auszutauschen mit Experten der weltweit führenden Institutionen, die sich der Messung von guter Regierungsführung, Demokratie und Menschenrechten verschrieben haben.
Die Teilnehmer des Kurses waren Statistiker, Wissenschaftler und Regierungsberater. Die insgesamt 13 Gastdozenten kamen aus Organisationen wie Weltbank, UN-Entwicklungsprogramm, Freedom House, Transparency International, Europäische Kommission und dem Entwicklungshilfeausschuss (DAC) der OECD. Ziel des Kurses war es, eine multidisziplinäre Teilnehmergruppe mit den Fachpartnern dieser Institutionen zusammenzubringen, um sowohl den direkten bilateralen Austausch als auch einen länderübergreifenden Fachdialog zu fördern. Der Kurs sollte nicht nur darüber informieren, welche Indikatoren die verschiedenen Institutionen erarbeiten, sondern auch darüber, wie sie zu Ergebnissen kommen, welche Quellen in Anspruch genommen werden und wo mögliche Schwachstellen liegen. In zumeist sehr lebhaften Diskussionen wurden Wissen und Erfahrungen darüber ausgetauscht, welche passenden Instrumente es für unterschiedliche regionale und nationale Kontexte gibt.
Zu Beginn der Veranstaltung machte Carlo Malaguerra, ehemaliger Generaldirektor des Nationalen Statistischen Amtes der Schweiz, den Brückenschlag von amtlicher Statistik zu den Themen des Kurses. Er machte deutlich, dass sich die nationalen Statistikämter öffnen müssen, um gemeinsam mit anderen akademischen Disziplinen Indikatoren, Werkzeuge und Erhebungskonzepte für die Messung von Demokratie, guter Regierungsführung und Menschenrechten zu entwi-ckeln. Er warnte zugleich vor zu großer Ungeduld schließlich habe der Ausbau der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung auch über 50 Jahre gedauert und sei noch immer nicht abgeschlossen.
Einer der Höhepunkte des Kurses war eine zweitägige Videokonferenz mit Daniel Kaufmann, dem Direktor der Governance-Abteilung des Weltbank-Instituts, der seine jüngsten Forschungsergebnisse präsentierte und ausführlich die Fragen der Teilnehmer beantwortete. Gleichzeitig war ein weiterer Mitarbeiter des Instituts in München, um die von Kaufmann erläuterte Datenbank der Weltbank anhand von Übungen gemeinsam mit den Teilnehmern zu erkunden und auf deren Heimatländer praktisch anzuwenden.
In der Entwicklungszusammenarbeit, etwa im Rahmen von Vereinbarungen wie dem Cotonou-Abkommen, werden die Partnerländer künftig stärker als in der Vergangenheit Erfolge in den Bereichen gute Regierungsführung, Demokratisierung und Wahrung von Menschenrechten belegen müssen. Auch wenn es noch kein universales Konzept für einen solchen Ansatz gibt, ist es wichtig, dass mehr Initiative aus den Ländern kommt und Bewertungen nicht nur von außen vorgenommen werden. Dies erfordert natürlich bei den Regierungen der Partnerländer den Willen zu Transparenz vor allem wenn Untersuchungsergebnisse auf Schwachstellen des politischen Systems hinweisen.
Der Kurs war der erste seiner Art für das InWEnt Fortbildungszentrum München. Er soll stetig ausgebaut werden und die Angebotspalette des Zentrums dauerhaft ergänzen. Wir waren heiß auf das Thema und der Kurs kam gerade zur rechten Zeit, sagte einer der Teilnehmer am Ende und wurde darin von seinen Kolleginnen und Kollegen unterstützt eine Bemerkung, die deutlich macht, dass es eine enorme Nachfrage gibt, InWEnt mit seinem Angebot auf dem richtigen Weg ist und ein Ausbau lohnend ist.
Weitere Informationen sowie eine Dokumentation des gesamten Kurses finden sich auf der Internetseite des Fortbildungszentrums: www. inwent-fz.org
Thomas Wollnik ist Projektleiter in der Abteilung Wirtschafts-, Umwelt- und Sozialstatistik.
thomas.wollnik@inwent.org
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