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 11/2003
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[ Druck der USA auf Entwicklungsländer ]
Nach Cancún: Zukunft der G21 ungewiss
Die auf der gescheiterten Welthandelskonferenz in Cancún geschmiedete Allianz der Entwicklungsländer bekommt Risse. Unmittelbar vor einem Treffen der Außenminister der G21-Mitglieder am 10. Oktober in Buenos Aires erklärten Costa Rica, Kolumbien und Peru ihren Austritt aus der Gruppe. Offenbar hatten die Vereinigten Staaten erheblichen Druck auf die drei Länder (wie auch auf andere G21-Mitglieder) ausgeübt, die Allianz zu verlassen. An dem Treffen in Buenos Aires nahm eine Reihe G21-Länder gar nicht erst teil; nur zwölf der jetzt noch 19 Mitglieder unterzeichneten das Abschlussdokument.
Indien hatte wenige Tage nach der gescheiterten Welthandelskonferenz noch erklärt, die G21 ausbauen zu wollen. Wir sind entschlossen, die Koalition der G21 voranzutreiben, sagte der indische Handelsminister Arun Jaitley Ende September laut einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Mit Blick auf eine Äußerung von EU-Handelskommissar Pascal Lamy, der die WTO nach dem Scheitern der Gespräche in Cancún als mittelalterliche Organisation bezeichnet hatte, sagte Jaitley, nur in altertümlichen Institutionen seien unilaterale Entscheidungen üblich gewesen. Die multilaterale WTO hingegen sei erst durch Cancún wirklich demokratisch geworden.
Unterdessen äußerte der indische Agrarexperte Devinder Sharma Zweifel an der erklärten Absicht der indischen Regierung, sich in der Handelspolitik langfristig mit anderen Entwicklungsländern gegen die Industrieländer zu verbünden. In einem Interview, das noch vor der Welthandelskonferenz stattfand, aber erst Anfang Oktober in der Zeitschrift Welternährung erschienen ist, sagte Sharma, er halte das für Augenwischerei. In Indien stehen wichtige Wahlen vor der Tür. Wenn die im November vorüber sind, wird die Regierung unter dem Druck der Amerikaner und Europäer genau das Gegenteil von dem tun, was sie in Cancún forderte. (ell)
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