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8-9/2004
 

WHO widerruft Empfehlung für zwei AIDS-Generika

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat zwei Nachahmermedikamente (Generika) zur Bekämpfung von AIDS von ihrer Liste empfohlener Produkte gestrichen. Betroffen sind zwei Medikamente des indischen Pharmaherstellers Cipla Ltd., eines wichtigen Anbieters von preisgünstigen Generika. Laut WHO ist nicht erwiesen, dass die Cipla-Produkte die gleiche Konzentration im Blut von Patienten erreichen wie die patentgeschützten Originalmedikamente (Bioäquivalenz). Cipla hatte das in seinen Produktdossiers für die WHO behauptet. Eine Überprüfung der Testergebnisse durch die WHO habe jedoch ergeben, dass die Bioäquivalenz nicht gesichert ist. Daraufhin nahm die WHO ihre Empfehlung der Produkte zurück. Bei Medikamenten gegen schwere Erkrankungen wie AIDS besteht die WHO auf dem Kriterium der Bioäquivalenz, um von einem gesicherten therapeutischen Nutzen ausgehen zu können. Auf internationaler Ebene gibt es seit einiger Zeit Streit über den Einsatz von Generika gegen AIDS: Die US-Regierung will keine Hilfsgelder für den Kauf der Billigmedikamente bereitstellen, weil Sicherheit und Wirksamkeit nicht erwiesen seien. Organisationen wie „Ärzte ohne Grenzen“ werfen der Bush-Administration vor, sie wolle lediglich die US-Pharmaindustrie vor Konkurrenz schützen, und verweisen auf die WHO-Qualitätszeugnisse für Generika. (ell)