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Beiträge aus der Rubrik Neues von InWent
renewables 2004:
Erneuerbare Energien
und Armutsbekämpfung
Rumänien auf dem Weg in die EU
Virtuelle Weiterbildung
auf dem Global Campus 21
 8-9/2003
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[ Beitrag zur globalen Wissensgesellschaft ]
Virtuelle Weiterbildung auf dem
Global Campus 21
Von Günter Podlacha
Die so genannte digitale Revolution hat zu einem enormen Wachstum von Informationsflüssen geführt, das große Auswirkungen auf Wirtschaft und Politik hat. Von dieser Entwicklung sind nicht alle Länder in gleichem Maße betroffen, der größte Teil der Weltbevölkerung hat keinen Zugang zu den globalen Informationsströmen. InWEnt hat mit dem Global Campus 21 ein breites Angebot für das Lernen im Internet und die virtuelle Zusammenarbeit geschaffen und beteiligt sich auf diesem Weg am Aufbau einer globalen Wissensgesellschaft.
Unter dem Begriff Wissensgesellschaft wird eine Gesellschaft verstanden, die gekennzeichnet ist durch lebenslange Lernfähigkeit und lebenslanges Lernen ihrer Mitglieder. Die Möglichkeiten, Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) zu nutzen und an den globalen Wissensströmen teilzuhaben, sind weltweit aber extrem ungleich; je nach Region, Geschlecht und Position gibt es erhebliche Unterschiede. Die Zahlen der Internationalen Telekommunikationsunion (ITU) ergaben für 2002 folgendes Bild: Von 1000 Einwohnern Afrikas hatten etwa sechs einen Internetzugang, in Asien waren es 32, in Deutschland knapp 300 und in den USA 350 Einwohner. Zwischen Industrie- und Entwicklungsländern besteht ein digitaler Graben. Darüber hinaus muss, wer das Internet nutzen will, lesen können auch das ist keine Selbstverständlichkeit. Immerhin ist im vergangenen Jahrhundert der Anteil der Analphabeten an der Weltbevölkerung von 45 auf 23 Prozent fast halbiert worden.
Ein Beitrag von InWEnt zum Aufbau der globalen Wissensgesellschaft ist die Lernplattform Global Campus 21 (im Internet: www. gc21. de). Hier finden sich drei Arten von Angeboten: der allgemein zugängliche Bereich Information & Service mit grundlegenden Informationen zu Themen wie E-Learning, E-Business und E-Governing, der Public Campus mit offenen Informationsforen und Trainingskursen und der nur für registrierte Benutzer zugängliche My Campus mit virtuellen Arbeitsräumen (shared workspaces) und tutoriell begleiteten Online-Kursen (web-based trainings). Derzeit tauschen auf dem Global Campus 21 mehr als 5000 Internetnutzer aus aller Welt in mehr als 250 Foren Informationen aus. Die Themen berühren sämtliche Bereiche von InWent, z.B. Erziehung, Gesundheit, Wirtschafts- und Sozialentwicklung, Umweltmanagement, Ressourcenschutz, Informationstechnologien, gute Regierungsführung sowie Krisenprävention und generelles Management-Training.
Für Teilnehmer von InWEnt-Fortbildungen bietet insbesondere der virtuelle Nachkontakt die Chance, langfristig Praxiserfahrungen auszutauschen. Auch die Dozenten können im Nachkontaktbereich des Campus angesprochen werden, was den Wissenstransfer vom Kurs in die Praxis erleichtert. Andere Internet-Arbeitsgruppen dienen der internen Vernetzung von InWEnt-Mitarbeitern, die sich rund um den Globus zu bestimmten Themen in ihren shared workspaces austauschen. Viel genutzt werden bei InWEnt die Online-Konferenzen, die wie Präsenz-Konferenzen funktionieren, nur dass alle Konferenzteilnehmer an ihrem Arbeitsplatz vor dem eigenen Bildschirm sitzen und per Chat kommunizieren, sich also nicht physisch treffen.
Für einen Online-Kurs beim Global Campus 21 kann sich jeder Internet-Nutzer einschreiben, unabhängig davon, ob er an einer InWEnt-Fortbildung teilnimmt oder nicht. Eine Vielzahl von Kursen zu unterschiedlichen Themen steht zur Auswahl. Große Resonanz fanden bisher solche Kurse, die sich mit Management und Training im weitesten Sinne beschäftigen, zum Beispiel Change Management, Wissensmanagement oder Consultancy as Professional Option (Beratung als Beruf). Auch Kurse zum Umweltmanagement werden stark nachgefragt. Diese Programme, die zum Teil mehr als 50 Teilnehmer haben, werden in rein virtueller Form durchgeführt. Die Teilnehmer können ihre Lernzeiten frei einteilen. Die Kursgebühren richten sich danach, ob ein Teilnehmer aus einem Industrieland oder aus einem Entwicklungsland kommt. Am Ende des Lehrgangs erhalten alle Teilnehmer ein Zertifikat von InWEnt oder der durchführenden Hochschule.
Gute Erfahrungen hat InWEnt mit der Verbindung von traditionellen Präsenz-Lernformen und dem Online-Lernen gemacht, dem so genannten Blended Learning. Fachspezifische Programme wie E-Learning-Training und Management von virtuellen Gruppen sowie Wirtschaftsjournalismus nutzen diese Methodik. Dahinter steht die Erfahrung, dass der Lernerfolg höher ist, wenn sich die Teilnehmer eines Kurses zumindest einmal physisch mit den Dozenten treffen. Beim Blended Learning wird deshalb mindestens ein Präsenzseminar organisiert. Bei Kursen mit wenigen Teilnehmern treffen sich die Nutzer aus aller Welt an einem Ort, bei stärker nachgefragten Themen werden Regionaltreffen veranstaltet, zum Beispiel für das südliche Afrika, für Südostasien oder für Zentralamerika.
Der Global Campus 21 besteht seit dem Jahr 2000 und hat bisher mehr als 10 000 registrierte Nutzer (aktiv und passiv). Die Lernplattform liegt in Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch vor; eine Übersetzung ins Russische und Chinesische ist in Arbeit. Für den Internetzugang müssen die Teilnehmer der Kurse selbst sorgen. Auch in Entwicklungsländern scheint das zumindest für Fach- und Führungskräfte, die den größten Teil der Teilnehmer stellen, unproblematisch zu sein, da sie in der Regel in großen Städten mit ausreichender Infrastruktur arbeiten. 80 Prozent der bisherigen Kursteilnehmer gaben an, einen Netzzugang an ihrem Arbeitsplatz nutzen zu können. Mit Rücksicht auf den Stand der Technik in den Entwicklungsländern ist der Global Campus 21 so programmiert, dass mit einem durchschnittlich schnellen Modem alle Angebote problemlos aufgerufen werden können. Auf große Datenpakete wie Audio- und Videodateien wurde bewusst verzichtet, damit der Global Campus 21 auch wirklich global erreichbar ist und zur Überwindung der digitalen Kluft und zum Aufbau der weltweiten Wissensgesellschaft beitragen kann.
Die neuesten Planungen zum Global Campus 21 sehen regionale Lernplattformen vor, die mit dem zentralen Campus vernetzt sind, aber selbstständig durch Partnerorganisationen von InWEnt betrieben werden. Damit wird es möglich sein, dezentral Kurse anzubieten, deren Inhalte lokal erstellt wurden. Die virtuelle Zusammenarbeit kann so größere Breitenwirksamkeit entfalten und besser den Bedürfnissen der Teilnehmer aus allen Erdteilen angepasst werden.
Dr. Günter Podlacha ist Projektleiter in der InWEnt-Abteilung E-Learning, Global Campus, Lifelong Learning.
guenter.podlacha@inwent.org
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