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8-9/2003
 

[ Lesotho: Lahmeyer in erster Instanz
der Korruption für schuldig befunden ]

Im Korruptionsfall im Zusammenhang mit dem Lesotho Highland Waters Project hat ein Gericht in Lesotho das deutsche Unternehmen Lahmeyer International der Bestechung für schuldig befunden. Nach dem Richterspruch vom 17. Juni soll Lahmeyer in den 90er Jahren insgesamt rund 150 000 US-Dollar Schmiergeld an den damaligen geschäftsführenden Leiter des Staudamm-Projekts, Masupha Sole, gezahlt haben. Sole wurde bereits im Juni 2002 wegen Bestechlichkeit zu 18 Jahren Gefängnis verurteilt; in einem weiteren Urteil wurde Ende Oktober 2002 gegen die kanadische Ingenieursfirma Acres wegen Bestechung eine Geldstrafe in Höhe von 2,1 Millionen Dollar verhängt (siehe E+Z 2002:10, S. 288, sowie 2002:12, S. 357).

Laut einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ erklärte Lahmeyer-Geschäftsführer Rainer Bothe, er könne die Beweisführung gegen sein Unternehmen nicht nachvollziehen. Lahmeyer will deshalb Berufung gegen das Urteil einlegen. Zwar habe es offenbar Schmiergeldzahlungen eines „freien Mitarbeiters“ gegeben, sagte Bothe, doch seien diese nicht im Auftrag des Unternehmens geschehen. Das Gericht in Lesotho folgte wie schon im Verfahren gegen Acres der Argumentation der Staatsanwaltschaft, nach der dieser „freie Mitarbeiter“ als Mittelsmann eingeschaltet worden sei allein zu dem Zweck, die Bestechung zu verschleiern. Einer der Mittelsmänner, die in dem Verfahren eine Rolle spielen, hatte kurz vor dem Schuldspruch gegen Lahmeyer gestanden, im Auftrag des italienischen Unternehmens Impreglio 375 000 Dollar Schmiergeld an Sole weitergeleitet zu haben. (uke)