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Beiträge aus der Rubrik Bücher und Medien
Das Schuldenproblem
Ohne Institutionen keine Entwicklung
Globale Probleme erfordern globale Politik
Aufgeschlossen, aber uninformiert
 07/2003
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[ Entwicklungspolitik und öffentliche Meinung ]
Aufgeschlossen, aber uninformiert
Dass scheinbar eindeutige statistische Befunde sich bei genauerem Hinsehen als wenig aussagekräftig entpuppen können, verdeutlicht eine neue Studie des Development Centre der OECD zur Frage, welchen Stellenwert Entwicklungspolitik in der öffentlichen Meinung hat. Das zentrale Ergebnis der Untersuchung, die verschiedene neuere Umfragen in OECD-Ländern zusammenfasst, lautet: In der Bevölkerung stößt Entwicklungspolitik auf große Zustimmung; von Gebermüdigkeit könne keine Rede sein. In jenen Ländern, so der Bericht weiter, in denen das 0,7-Prozent-Ziel erreicht werde, sei eine Mehrheit der Meinung, es werde eine angemessene Summe für Entwicklungshilfe bereitgestellt. Wo dagegen das 0,7-Prozent-Ziel nicht erreicht werde, spreche die Bevölkerung sich für eine Erhöhung der Hilfe aus.
Gute Nachrichten für die Entwicklungszusammenarbeit? Nur teilweise. Denn ein weiteres wichtiges Ergebnis der OECD-Studie ist, dass die Aufgeschlossenheit der Bevölkerung wenig fundiert ist. Zum einen gründe die Zustimmung zu einem guten Teil auf der irrigen Annahme, dass Entwicklungshilfe gleichbedeutend mit Nothilfe ist. Dass mit dem Geld auch langfristige Entwicklungsprozesse unterstützt werden, ist den wenigsten bewusst. Zum anderen schätze die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung den Umfang der Entwicklungshilfe völlig falsch ein, meistens viel zu groß. Welche Aussagekraft haben dann aber Antworten auf die Frage, ob die Höhe der Hilfe angemessen ist?
Wenn es gelingt, so die Schlussfolgerung der Autoren, die gegenwärtige uninformierte Unterstützung für Entwicklungspolitik auf ein stabileres Fundament zu stellen, indem man das Bewusstsein der Bevölkerung für entwicklungspolitische Themen schärft, dann könnte diese Unterstützung Wirkung entfalten und den Stellenwert von Entwicklungszusammenarbeit in den Regierungspolitiken erhöhen helfen. Nötig wären dazu deutlich größere Anstrengungen in der entwicklungsbezogenen Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit, die in den meisten OECD-Ländern bekanntlich ein Schattendasein führt. (ell)
Ida McDonnell u. a. (Hg.):
Public Opinion and the Fight against Poverty.
Paris, OECD 2003, 237 S.,45,00 Euro,
ISBN 92-64-19998-5
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