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Beiträge aus der Rubrik Bücher und Medien
Das Schuldenproblem
Ohne Institutionen keine Entwicklung
Globale Probleme erfordern globale Politik
Aufgeschlossen, aber uninformiert
 07/2003
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[ Gute Einführung, verständlich geschrieben ]
Ohne Institutionen keine Entwicklung
Wer wissen will, was in den letzten fünf Jahrzehnten Entwicklungspolitik schief gelaufen ist und warum die weit über 1000 Milliarden US-Dollar Entwicklungshilfe, die in diesem Zeitraum vergeben wurden, so wenig erreicht haben, der wird bei William Easterly gut bedient. Zwar gehen seine Empfehlungen über den aktuellen Stand der Debatte nicht hinaus: Wie andere vor ihm spricht Easterly sich für eine stärkere Förderung von politischen, sozialen und rechtlichen Institutionen in Entwicklungsländern aus und plädiert dafür, Entwicklungszusammenarbeit auf diejenigen Länder zu konzentrieren, deren Regierungen ernsthaft an breitenwirksamer Entwicklung interessiert sind. Doch bevor er zu diesen Empfehlungen kommt, erläutert Easterly detailliert, warum die entwicklungspolitischen Ansätze der Vergangenheit wirkungslos geblieben sind.
Nach der Einleitung, in der er wirtschaftliches Wachstum als zentrale Voraussetzung für Entwicklung hervorhebt, erläutert und kritisiert Easterly im ersten Teil die entwicklungspolitischen Verheißungen und Leitbilder der letzten Jahrzehnte, allen voran die Vorstellung, es genüge, makroökonomische Stabilität herzustellen, um Entwicklung in Gang zu bringen. Entwicklungshilfe zum Schließen der Investitionslücke, Investitionen in Infrastruktur und kapitalintensive Produktion, Kontrolle des Bevölkerungswachstums und Herstellung von Schuldentragfähigkeit durch konditionierten Schuldenerlass Easterly zeigt anhand einer Diskussion theoretischer Ansätze und eigener Eindrücke von der Entwicklungspraxis in allen Teilen der Welt, warum Maßnahmen wie diese zur Lösung des Problems unzureichend waren. Im zweiten Teil, in dem es unter anderem um Korruption und die Rolle der Regierungen im Entwicklungsprozess geht, arbeitet er die zentrale Rolle von funktionierenden Institutionen heraus, ohne die selbst richtig gesetzte Anreize keine Wirkung entfalten können.
Easterly weiß, worüber er schreibt. Er war 16 Jahre als Research Economist bei der Weltbank tätig und ist jetzt Professor für Volkswirtschaftslehre an der New York University sowie Senior Fellow am Center for Global Development, einem Think Tank in Washington, der sich die Reform der internationalen Entwicklungspolitik zum Ziel gesetzt hat. Zu kritisieren ist an Easterlys Buch, dass die Argumentation zu sehr wachstumsfixiert ist, als hätte es die Debatten der letzten 15 Jahre über nachhaltige Entwicklung (die nicht nur Wachstum zum Ziel hat) nicht gegeben. Zu empfehlen ist das Buch dennoch, da es in kompakter Form in die überbordende Literatur über Wachstum und Entwicklung einführt und dabei sehr gut lesbar und auch für den volkswirtschaftlichen Laien verständlich bleibt.
William Easterly: The Elusive Quest for Growth. Economists Adventures and Misadventures in the Tropics. Cambridge und London, The MIT Press 2001, 342 S., 29,95 US$, ISBN 0-262-05065-X
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