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 04/2004
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[ Mikrofinanzen ]
Bilaterale Programme insgesamt besser als multilaterale
Die internationale Entwicklungszusammenarbeit im Bereich Mikrofinanzen weist deutliche Schwächen auf. Bei einer Evaluierung von 17 Kleinkreditprogrammen erreichte keine der untersuchten bi- und multilateralen Geberorganisationen die Bestnote auf der dreistufigen Bewertungsskala (schwach, mittel, stark). Am besten schnitten das britische Department for International Development (DFID), die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), die KfW-Entwicklungsbank und die US Agency for International Development (USAID) ab. Die schlechtesten Noten erhielten multilaterale Geber wie die Afrikanische und die Asiatische Entwicklungsbank und die Europäische Kommission. Durchgeführt wurde die Evaluierung in Form von Peer Reviews durch die in der Consultative Group to Assist the Poor (CGAP) zusammengeschlossenen Entwicklungsorganisationen. Die Gruppe wurde Mitte der 90er Jahre von der Weltbank ins Leben gerufen. Sie versammelt 29 öffentliche und private Einrichtungen und hat das Ziel, den Bereich Mikrofinanzen in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit zu stärken.
Am besten schnitten die Geberorganisationen bei der Bewertung ihrer strategischen Konzepte (strategic clarity and coherence), ihres mit Kleinkreditprogrammen betrauten Personals und ihrer Instrumente zur Durchführung der Programme ab. Deutliche Schwächen kamen dagegen in den Bereichen Ergebniskontrolle (accountability for results) und Wissensmanagement zutage. Die meisten der untersuchten Organisationen wussten weder, wieviel Geld sie in Mikrofinanzprogramme investiert haben, noch verfügten sie über hinreichende Kenntnisse über Erfolg oder Misserfolg ihrer Maßnahmen, heißt es im Ergebnisbericht der Evaluierung. Verschärft werde das Problem vor allem bei multilateralen Gebern durch den Druck, Projekte zu bewilligen und Mittel freizugeben. Zum Bereich Wissensmanagement heißt es, zwar verfügten einige der Organisationen über potente Forschungsprogramme, die wertvolle Ergebnisse liefern. Doch werde dieses Wissen nicht immer in eine verbesserte Praxis übersetzt oder für institutionelles Lernen genutzt.
Vor allem bei der Bewertung der Instrumente zur Durchführung von Kleinkreditprogrammen schnitten die multilateralen Geber deutlich schlechter ab als bilaterale Organisationen. Hier klafft eine große Kluft zwischen beiden Gruppen. Viele bilaterale Geber verfügen laut Evaluierung über eine Reihe flexibler Instrumente und arbeiten unmittelbar mit ihren Zielgruppen in Zivilgesellschaft und Privatsektor zusammen. Die Mittel multilateraler Geber hingegen würden in der Regel über Regierungen weitergeleitet und im Rahmen größerer Multisektorprogramme vergeben. Beide Merkmale stehen dem Erfolg von Mikrofinanzprojekten häufig entgegen. (ell)
Weitere Informationen:
www.cgap.org
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