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AKP-Länder und EU-Zuckermarktreform


03/2005
 

AKP-Länder und EU-Zuckermarktreform

Die AKP-Länder (Afrika, Karibik, Pazifik) sehen mit Sorge der geplanten EU-Zuckermarktreform entgegen. Auf einem Treffen von AKP-Ministern mit Mitgliedern der EU-Kommission Ende Januar in Brüssel sagte der Landwirtschaftsminister von Mauritius, Nandcomar Bodha, die geplante Reform mit dem anvisierten Preisrückgang um 37 Prozent bedeute für die AKP-Länder Einbußen in Höhe von bis zu 255 Millionen Euro jährlich.

Die EU gewährt 19 AKP-Ländern bevorzugten Zugang auf den europäischen Markt; der eingeführte AKP-Zucker wird zu den gleichen subventionierten Preisen verkauft wie europäischer Zucker. EU-Entwicklungskommissar Louis Michel stellte auf dem Treffen eine dreijährige Übergangsfrist und finanzielle Unterstützung für die betroffenen Länder in Aussicht. Bodha bezeichnete das als unzureichend; die Länder brauchten länger als drei Jahre, um ihre Ökonomien umzustellen.

Gut 70 Prozent der Einnahmen der AKP-Zuckerindustrie stammen gegenwärtig aus den EU-Präferenzen. Allerdings entfallen 80 Prozent davon auf nur vier der 19 Länder des EU-AKP-Zuckerprotokolls. Die Entwicklungsorganisation Oxfam kritisierte das EU-Hilfsangebot als bloße Absichtserklärung. Es enthalte keine Hinweise, wann die EU wieviel Geld bereitstellen wolle und wo es eingesetzt werden solle. Derzeit verhandeln die EU-Kommissare für Entwicklung, Handel und Landwirtschaft darüber, aus welchem Etat die AKP-Unterstützung kommen soll. (ell)




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