Meinung

Von verwirrend bis gut lesbar

Weltsozialforum am Scheideweg




03/2003
 

Von verwirrend bis gut lesbar

Von verwirrend bis gut lesbar – das neue Layout von E+Z stößt bei den Lesern auf ein geteiltes Echo. Im Folgenden bringen wir eine repräsentative Auswahl der Zuschriften, die die Redaktion in den letzten Wochen erreicht haben.

[Anfängliche Skepsis nicht bestätigt]

Glückwunsch zur neuen Gestaltung, die mir nach anfänglicher Skepsis gefällt. Als langjähriger Leser muss man sich erst umgewöhnen, aber mein erster Eindruck, dass Sie ein wenig viele Zier- und Gestaltungselemente verwenden, hat sich bei mehrmaligem Durchblättern nicht verfestigt – im Gegenteil. Ich bin gespannt, wie andere Leser reagieren.

Wolf-Christian Ramm, terre des hommes, Osnabrück


[Viele grafische Spielereien]

Mit großem Interesse habe ich die neue E+Z in die Hand genommen. Sie erinnert in vielem an die Zeitschrift „Eine Welt“ aus der Schweiz, und in diese schaue ich nicht besonders gerne hinein. Ich hoffe, dass dies mit E+Z nicht passiert. Die neue E+Z hat meiner Meinung nach ein paar Übergewichte im Grafischen, und sie ist so unruhig geworden. Hinter den vielen kleinen grafischen Spielereien verschwinden die Inhalte, und diese waren für mich immer besonders wichtig. Sicher, die alte E+Z war manchmal eine Bleiwüste, aber mir hat sie gefallen. Meine Anregung: Neu gestalten: ja. Spielereien: nein. Mal sehen, was die nächsten Monate bringen.

Professor Robert Kappel, Universität Leipzig


[Ein neues Markenzeichen?]

Herzlichen Glückwunsch zum neuen Erscheinungsbild! Zunächst war ich fast irritiert, so groß habe ich den Unterschied vom alten zum neuen Layout empfunden. Der dosierte und gezielte Einsatz von Farben und optischen Strukturierungen belebt und macht das Heft gut lesbar. Damit haben Sie hoffentlich ein Format gefunden, das einige Jahre Bestand haben und zu einem neuen Markenzeichen werden wird.

Karin Döhne, Evangelischer Entwicklungsdienst, Bonn


[Nicht leserfreundlich]

Eine schnelle erste Rückmeldung zu Ihrer neuen Ausgabe. Als langjähriger Leser bin ich sicherlich voreingenommen, aber für mich ist das Heft ein Beispiel dafür, dass nicht alles, was im modernen Gewande daherkommt, auch automatisch leserfreundlich ist. Die grafisch mit viel Schnickschnack gestalteten Seiten verströmen eine derartige Unruhe für das Auge, dass das Lesen sehr schwerfällt. Ich habe das Heft daher schnell wieder aus der Hand gelegt. Ob es noch mal eine dauerhafte Liebe wird, weiß ich noch nicht.

Frerk Meyer, GTZ, Eschborn


[Zeitgeist]

Erlauben Sie mir einige Anmerkungen zur neuen Aufmachung von E+Z aus der Sicht eines langjährigen Lesers und gelegentlichen Gastautors. Man schätzte die knappe, kompetente Information innerhalb der Commmunity, da bedurfte es keiner peppigen grafischen Gestaltung. Für den studentischen Nachwuchs eine einzigartige Möglichkeit, inhaltliche Interna und institutionelle Charakteristika zu verstehen. Für den Profi an der Peripherie des entwicklungspolitischen Geschehens Informationen aus erster Hand zum ständigen Prozess der konzeptionellen Weiterentwicklung der Entwicklungszusammenarbeit. Die neue Form verschenkt durch das Layout Raum und gewinnt keine zusätzliche Attraktivität, schwächt eher die Konzentration. Das ist wohl Zeitgeist. Möge der neue Start bald wieder optisch und inhaltlich ruhigere Fahrwasser erreichen – Ihre Leser werden es Ihnen danken.

Professor Dieter Weiss, Freie Universität Berlin


[Frischzellenkur gut gelungen]

Gerade habe ich das Januarheft in neuem outfit durchgesehen. Glückwunsch! Insgesamt ist die Frischzellenkur gut gelungen. Gute Gliederung, flottes Design. Grundsätzlich hilfreich finde ich die farbliche Führung durchs Heft. Für was allerdings welche Farbe steht, merkt man erst beim Durchblättern. Vielleicht sollten im Inhaltsverzeichnis die Farben der Gliederung deutlicher zugeordnet werden. Manche Seiten sind für meinen Geschmack etwas zu quirlig geraten, was die Übersichtlichkeit beeinträchtigt. Da täte mehr Minimalismus gut.

Dr. Reinhard Hermle, Misereor, Aachen


[Verwirrend]

Zunächst einmal bin ich sehr froh, dass es die E+Z weiter geben wird. Ich denke, das ist ein Gewinn für die entwicklungspolitische Szene – und zwar insbesondere dann, wenn die inhaltiche Qualität und die Güte der kritischen Auseinandersetzung auch im neuen Gewand gehalten werden kann. Was mir nicht so gut gefällt, ist das neue Layout. Ich habe nichts gegen ein flottes Design, und insofern stimmt die Aussage im Editorial des Januarheftes schon, dass die „alte“ E+Z von der Aufmachung her ein wenig verstaubt war. Aber man muss ja nicht gleich zum anderen Extrem umschlagen. Die Vielzahl von Schrifttypen und -größen, kursiv und fett gesetzten Buchstaben, Vignetten in starken Farben, Balken und anderen „auflockernden“ Elementen wirkt auf mich sehr verwirrend. Etwas mehr Ruhe täte dem Design gut.

Dr. Hans-Joachim Preuß, Deutsche Welthungerhilfe, Bonn


[Bisher wohltuende Kontur, jetzt Beliebigkeit]

„Das neue Layout wird noch einige Zeit gewöhnungsbedürftig sein“, schreiben Sie im Editorial des Januarheftes. Wie wahr! Bei der wachsenden Unübersichtlichkeit unserer Welt und der anstrengenden Vielgestaltigkeit des entwicklungspolitischen Themas verbreitete die bisherige Aufmachung wohltuende Kontur, Schlichtheit und Konzentration auf den Gehalt. Das mag man getrost „altmodisch“ nennen, hat doch die neue Form eher die Ausstrahlung eines beliebigen zeitgemäßen Journals. Sie wird sich daher ein seriöses Image erst noch erarbeiten müssen, das ein engagiertes Publikum an einer Fachzeitschrift so schätzt. Dazu wünsche ich Ihnen eine glückliche Hand.

Thomas Albert, BMZ, Bonn


[Kein Blickfänger mehr]

Wir beziehen D+C seit vielen Jahren, und trotz der Flut an Drucksachen, die unser Büro überschwemmt, gehörte die Zeitschrift zu jenen Publikationen, die wir uns genau angesehen haben. Warum? Weil sie sofort ins Auge fiel. Für Ihre neue Aufmachung gilt das nicht mehr. Das einzig Nützliche auf der Titelseite des Januarheftes ist der in deutlichen Lettern gedruckte Hinweis auf das Schwerpunktthema (obwohl die Schrift auch hier mit einem verschwommenen Bild unterlegt ist). Der Rest is langweilig, und die Bilder sind zu klein und zu gedrängt. Im Innern des Heftes gibt es lauter ablenkende und völlig inhaltsleere Farbspritzer (Rechtecke, Linien), die keineswegs ihren vermutlichen Zweck erfüllen, auf den Text aufmerksam und ihn lesbarer zu machen.

J. Williamson, Development Workshop, Luanda