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Erneuerbare Energie: Umdenken in den USA
 02/2007
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[ Erneuerbare Energiequellen ]
Umdenken in den USA
Die amerikanische Politikerin Ellen Anderson ist angetan: Deutschland hat 30 Jahre gebraucht, um ökologisch, technologisch und energiepolitisch dahin zu kommen, wo es heute ist. Die durchstezungsfähige Demokratin kümmert sich als Mitglied der entsprechenden Ausschüsse im State Senate von Minnesota um Umwelt und Energie. Aus ihrer Sicht sollten die USA von Deutschlands Erfahrungen und Know-how lernen, anstatt auf Dauer die globale Klimapolitik zu bremsen. In der eigenen Parlamentskammer hat die Senatorin eine Entscheidung herbeigeführt, der zufolge Minnesota im Jahr 2020 ein Fünftel seines Energiebedarfs aus erneuerbaren Quellen gewinnen soll.
Auch in anderen US-Bundesstaaten schauen aufmerksame Politiker längst nach Deutschland. Der Gouverneur von Pennsylvania, Edward Rendell, schloß im vergangenen September ein Kooperationsabkommen über erneuerbare Energie mit der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen. Wie er beteuerte, werde die Zusammenarbeit dazu beitragen, unsere Bevölkerung, unsere Firmen und die Welt insgesamt mit sauberer Energie zu versorgen. Um bis 2019 den Anteil fortschrittlicher Techniken an der Stromerzeugung in seinem Staat auf 18 Prozent zu steigern, will er Wind-, Solar- und Bioenergie nutzen sowie die Wirkungsgrade bestehender Kraftwerke erhöhen. Alle staatlichen Einrichtungen, die Rendell unterstehen, wurden bereits verpflichtet, zehn Prozent ihres Stroms aus alternativen Quellen zu beziehen.
Deutsche Ingenieure und Firmen können dabei helfen, solche Forderungen einzuhalten. Jens Baganz, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium von Nordrhein-Westfalen, nennt Rendells Ziele ehrgeizig und erkennt große Chancen für die Zusammenarbeit von Politik und Wirtschaft. Für die ehemals von Kohle- und Stahl dominierte NRW-Wirtschaft ist Umwelttechnik längst zu einer wichtigen Säule geworden. Die Branche trägt dazu bei, dass die amerikanischen Partner im Land auch heute noch Germanys leading industrial state erkennen.
Jedenfalls wächst jenseits des Atlantiks die Einsicht, dass eine energiepolitische Wende nötig ist. Eine Ursache ist der Klimawandel, der verheerende Unwetter wie den Wirbelsturm Katrina, dem New Orleans zum Opfer fiel, wahrscheinlicher macht. Aber auch sicherheitspolitische Kalküle spielen eine Rolle. Das militärische Debakel im Irak hat vielen Menschen vor Augen geführt, wie riskant es ist, wenn ganze Volkswirtschaften von Ölimporten abhängen. Steigende Energiepreise tragen selbstredend auch zum wachsenden Interesse an alternativen Quellen bei.
InWEnt unterstützt das umweltpolitische Umdenken weltweit. Es ist ein positives Zeichen, dass das Interesse an Austausch und Zusammenarbeit international zunimmt. Selbstverständlich sind in diesem Zusammenhang auch Partner aus den USA willkommen. Im Dezember holte InWEnt beispielsweise in Kooperation mit dem Auswärtigen Amt, der Heinrich-Böll-Stiftung und dem US-Partner CDS International Fachleute aus elf US-Staaten zu einer Informationsreise über den Atlantik. Das Ziel war, den deutsch-amerikanischen Dialog zu unterstützen und den Aufbau von Netzwerken zu fördern, die für Politik, Wirtschaft und Bildung relevant sind. Die Gäste besuchten in Nordrhein-Westfalen und in Freiburg Hersteller alternativer Energietechnik, Umweltverbände, Forschungseinrichtungen und Modellprojekte.
Politische Gespräche erfolgten vor allem mit den nordrhein-westfälischen Ministerien für Umwelt und Wirtschaft. In Düsseldorf begrüßte man die amerikanischen Kollegen zum Auftakt mit einer Konferenz unter dem Titel Opportunities in the US Energy Market. Sie diente zugleich als Auftaktveranstaltung der Partnerschaft mit Pennsylvania. Austausch und Kooperation müssen indessen nicht auf Politiker der demokratischen Partei beschränkt bleiben. Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger, ein Republikaner, lässt bekanntlich auch umweltpolitische Muskeln spielen, und Präsident George Bush hat sich Ende Januar darangemacht, seinen bisherigen Weiter so-Kurs behutsam zu korrigieren. (dem)
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